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Hilfe, mein Computer ist von Viren infiziert

Nun hat es auch Sie erwischt. Ihr Computer reagiert nur noch langsam auf Befehle. Einige Programme starten nicht mehr. Andere zeigen unerwünschte Werbung an, noch dazu auf Englisch. Viele dieser Werbungen versprechen mit Gewinnspielen schnell reich zu werden. Oder mit Diäten schnell an Gewicht zu verlieren. Beim Versuch, diese Werbefenster zu schließen, öffnen sich nur noch mehr Fenster, die eine Werbung anpreisen. An ein normales Arbeiten ist nicht mehr zu denken. Sie sind frustriert und fragen sich, wie das nur passieren konnte.

Wie kam es dazu?

Kriminelle versuchen, ahnungslose Computerbenutzer dazuzubekommen, auf einen bestimmten Link zu klicken oder eine Software zu installieren. Sie versprechen beispielsweise, dass dieses Programm den PC schneller macht oder man nebenbei einfach Geld verdienen kann. Andere bieten kostenlos Programme an, die man sonst nur für teures Geld im Geschäft erwerben kann. Dabei sind diese sogenannten Computerviren, die ein vermeintliches Programm bietet so neu, dass der installierte Virenscanner diese nicht erkennt.

Läuft der Virus erst mal auf dem PC, hat der Kriminelle den Computer bereits übernommen. Er kann dann die besagten Werbungen einblenden, Schutzprogramme, zu denen auch Virenscanner gehören, deaktivieren oder löschen. Aber auch den Computer an andere Kriminelle vermieten, dass der Computer Teil eines sogenannten Bot-Netzes wird.

Der Kriminelle kann darüber massenweise Spam verschicken. Oder im Verbund mit anderen kompromittierten Computern Rechner von Großfirmen angreifen. Wenn der Internet Provider deshalb eine Beschwerde erhält, kann er den Internetzugang stilllegen.

Was kann ich tun?

In der Annahme, es handelt sich um das Windows Betriebssystem, wenig. Ist der Computer erst befallen, hat der Kriminelle vollen Zugriff darauf. Einem Schutzprogramm kann nicht weiter vertraut werden, weil der Angreifer dieses manipulieren kann. Die einzige wirklich wirksame Möglichkeit ist das Neuaufsetzen des Betriebssystems.

Vorgehensweise der Neuinstallation

Man sichert zunächst wichtige Dokumente und seine Video- und Audio Dateien auf einen externen Datenträger. Es ist hierbei egal, ob es sich um eine DVD, einen USB-Stick oder eine SD-Karte handelt. Danach wird von der original Windows DVD gebootet und eine Neuinstallation gestartet, die sämtliche Daten auf der Festplatte, also auch die des Angreifers, löscht.

Nun ist es dringend empfohlen, ein weiteres Benutzerkonto anzulegen, was nur eingeschränkte Rechte für den Benutzer ausweist. Der Grund liegt darin, dass wenn nur noch dieses Konto nach der Installation benutzt wird, sich ein möglicherweise neu eingefangener Virus nur im Nutzerbreich des Benutzers, aber NICHT auf dem ganzen System ausbreiten kann. Sollte dies passieren, muss der Benutzer wieder nur seine persönlichen Daten auf einen externen Datenträger sichern und das Konto samt des Virus zu löschen, ohne das ganze System neu aufsetzen zu müssen. Anschließend muss er nur ein neues Konto eines Benutzers einrichten. Sollte ein Virus, auch als „Malware“ bekannt, versuchen, volle Rechte auf dem System zu erlangen, fragt Windows, ob man wirklich volle Rechte erwünscht. Das muss der Benutzer ablehnen und die Gefahr ist gebannt.

Gibt es Alternativen

Da die meiste Malware für das Windows Betriebssystem geschrieben wird, bietet sich für einige Benutzer an, alternative Betriebssysteme zu nutzen, wenn diese nicht auf spezielle Windows-Software angewiesen sind. Zu diesen Alternativen gehören Mac OS, als auch Linux und UNIX. Das heißt nicht, dass diese Betriebssysteme nicht auch mit Viren befallen werden können. Allein die Tatsache aber, dass diese Betriebssysteme weitaus weniger verbreitet sind, machen sie uninteressanter für Kriminelle, weil für diese weniger Malware existiert.

Als eine weitere Alternative bietet sich das Chromebook an. Dieses ist ein Laptop, das von Google angeboten wird, auf dem Chrome OS läuft. Er erlaubt erst keine Installation von Softwareprogrammen, was die Installation von Malware ausschließt. Wie bei Smartphones und Tablets, spielt sich alles in einem gesicherten Browser ab. Der Anwender kann dort Apps installieren, die nur von Google kommen. So kann er E-Mails schreiben, chatten, eine Facebook- oder Twitter App installieren. Da die Benutzung ein Google (Gmail) Konto bedingt, stehen dem Anwender damit auch alle anderen Google Dienste, wie ein Office mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und andere Teile eines Office Paketes, zur Verfügung. Als Bonus wartet auf, dass die Benutzung dieser Dienste selbst kostenlos ist. Der Nachteil ist allerdings, dass Google selbst Zugriff auf erstellte Dokumente hat.

Preisvorteile beim Erwerb eines Chromebooks

Schutzsoftware, zu denen Virenscanner gehören, müssen nicht erworben werden, weil sie für dieses Modell des Computings nicht benötigt wird. Ein weiterer Vorteil des Chromebooks ist, dass es in der Regel weniger kostet als ein Windows-PC, für den man dazu noch weitere Software käuflich erwerben muss, um sich vor Angreifern aus dem Internet zu schützen.