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Wie Superfood entsteht – Ein Blick hinter die Kulissen der Kokosnuss

Warum denken wir bei Superfood meist an etwas exotisches? Sind Gojibeeren, Acai oder Chiasamen nur deshalb in und hip, weil sie aus fernen Ländern kommen? An deren wichtigen Vitaminen und Mikronährstoffen allein kann es jedenfalls nicht liegen. Die sind in vergleichbarer Menge auch in einheimischen Körnern und Beeren enthalten. Am Kokosöl, das auf dem besten Wege ist, den Status eines Superfoods zu erreichen, kann die Sachlage beispielhaft erhellt werden.

Gesättigte Fettsäuren der Kokosnuss sind eher gesundheitsschädlich

Zunächst erfüllt die Kokosnuss eine offensichtlich ganz entscheidende Voraussetzung um als Superfood wahrgenommen zu werden. Sie ist exotisch und wird auch nur in tropischen Ländern sowie auf den Kanarischen Inseln angebaut. Zudem können einigen ihrer Inhaltsstoffe positive Eigenschaften zugeordnet werden, die von Protagonisten besonders betont und gepuscht werden könnten. Der überdurchschnittlich hohe Kaliumgehalt und die vielen Ballaststoffe des Fruchtfleisches gehören dazu.

Die übrigen Mikronährstoffe der Kokosnuss bewegen sich im Bereich des Durchschnittlichen und sind in Mengen vorhanden, aus denen keine besondere Beeinflussung der Gesundheit, positiv wie auch negativ, abgeleitet werden kann. Ausgenommen hiervon sind ausdrücklich die überwiegend gesättigten Fettsäuren, die etwa ein Drittel der Inhaltsstoffe einer Kokosnuss ausmachen. Ausgerechnet diese werden von den Protagonisten gepuscht, stehen sie doch für Übergewicht und Arteriosklerose.

Die Protagonisten von Kokosöl meinen, dass die im Öl enthaltenen mittelkettigen gesättigten Fettsäuren Laurinsäure, Myristinsäure und Palmitinsäure nicht zur Gewichtszunahme nach Verzehr führen würden. Sondern, ganz im Gegenteil, bei der Gewichtsabnahme helfen würden. Zur Untermauerung ihrer Meinung berufen sie sich auf Studien, die das gewichtsreduzierende Potenzial von mittelkettigen Fettsäuren gezeigt haben sollen.

Diese Interpretation geben die Studien allerdings nicht her behauptet ms-sportversand.de, da in ihnen die Wirkung einer Diät zur Gewichtsreduktion beobachtet wurde, zu der auch Kokosöl gehörte.

Die gewichtsreduzierende Wirkung von Kokosöl allein, ohne weitere Diät, wurde nicht analysiert. Das hätte es aber bedurft, um den Einfluss von Kokosöl zweifelsfrei beurteilen zu können. Nach den derzeitig vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnissen bleibt es also dabei, dass gesättigte Fettsäuren grundsätzlich problematisch für die Gesundheit sind und ihr Verzehr auf ein ernährungsphysiologisches Maß begrenzt werden sollte.

Das gilt auch für Kokosöl. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung kann Kokosöl das tägliche Nahrungsangebot bereichern. Deshalb haben die Frucht und das aus ihr gewonnene ÖL noch lange nicht den Status eines Superfood verdient.

Fazit: Kokosöl wird von Protagonisten als neues Superfood gehypt. Basierend auf der wissenschaftlichen Faktenlage, kann der Hype nicht nachvollzogen werden. Die gesättigten Fettsäuren des Öls sind potenziell gesundheitsschädlich und sollten nicht im Übermaß verzehrt werden.